Altes Schwarzbuntes Niederungsrind

Our Service

Seit November 2017 sind wir im Besitz einer kleinen Herde schwarzbunter Niederungsrinder.

 

Grundlage unserer Zucht stellen die "rote" Blondi sowie die "schwarze" Kamilla dar.

 

Wie das Bunte Bentheimer Schwein ist auch das DSN eine vom Aussterben bedrohte Rassen.

 


Die kleine Karlotta ist im November 2017 geboren und soll bei uns bleiben, um uns in der Zucht zu verstärken.

Im Winter werden die Kühe, wie auch unsere anderen Tiere, in einem großen Strohstall gehalten.

Hier werden auch die Kälber geboren.

Im Frühjahr bis Herbst geht es raus auf die Weide.


Eigenschaft der Rasse

Die Eigenschaften des DSN sind vor allem das ruhige Verhalten, die Genügsamkeit, Langlebigkeit, gute Fruchtbarkeit und das sehr gute Milch-Fleisch Verhältnis. Das DSN-Rind kann auch weniger gehaltvolles Futter aufschließen und daraus eine gute Milchmenge erzeugen. So sind die Tiere auf Naturschutzflächen gut aufgehoben und können auch hier noch gute Leistungen vorzeigen.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten des schwarzbunten Niederungsrindes sind Zweinutzung (Milch und Fleisch) ist es sehr gut geeignet für den Milchviehhalter der auch die anfallenden Bullenkälber selbst mästet. Aufgrund seiner Jahrhunderte langen Haltung in der norddeutschen Tiefebene bis an die Mittelgebirge hat es sich sehr gut angepasst an:

  • das Klima,
  • die pflanzliche Substanz; auch geringwertige Pflanzen werden optimal verwertet.
  • Durch seine ruhige Art ist es umgänglicher als HF und es gibt nur geringe Trittschäden.

Dadurch ist es sowohl für die Mutterkuhhaltung, als auch für die Landschaftspflege hervorragend geeignet. Es wird daher sowohl von Hochzuchtbetrieben, als auch Betrieben des ökologischen Landbaus wegen sehr vielen Vorzüge geschätzt. Es kann eine Bezuschussung für bedrohte Rinderrassen beantragt werden. Info`s können Sie über uns erhalten.

Geschichte

Das schwarzbunte Niederungsrind entwickelte sich in den Küstenländern von den Niederlanden über die deutsche Nordseeküste bis Dänemark.

 

Insbesondere die Rinderzucht in den friesischen Gebieten war seit Jahrhunderten auf hohem Niveau durchgeführt worden.

 

Waren die Tiere in den ersten Jahrhunderten meist einfarbig rot oder rotbunt, setzte sich mit der Zeit die schwarzbunte Farbe immer mehr durch. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war die vorherrschende Farbe auf den niederländischen und norddeutschen Marschweiden schwarzbunt. Um der aufkommenden Konkurrenz der englischen Shorthorns entgegenzutreten erfolgten erste Herdbuchgründungen. Dazu  gehörte auch die Gründung des „Stammbuch des Landw. Hauptvereins für Ostfriesland“ im Jahr 1878 als Vorgänger des VOSt.

 

Zur gleichen Zeit wurde vor allem aus Holland aber auch in kleineren Stückzahlen aus Ostfriesland schwarzbuntes Zuchtvieh nach Nordamerika exportiert. Für die nordamerikanischen Käufer stand in erster Linie die Milchleistung im Vordergrund. In Amerika wurde mit diesen Tieren nur auf Milchleistung gezüchtet, wodurch das Holstein-Friesian-Rind entstand.

 

In Europa wurde dagegen ein milchbetontes Zweinutzungsrind angestrebt. Von Ostfriesland und Ostpreußen, einem weiteren wichtigen Zuchtgebiet, breiteten sich die Schwarzbunten in Deutschland immer weiter aus und waren bald die wichtigste Rasse.

 

Schon in den Anfangsjahren der Herdbuchzucht kristallisierte sich der Bulle „Matador“ als überragender Vererber heraus. Insbesondere durch seine Nachkommen „Elso II“ und „Blücher“ verbreitete sich das „Matador“-Blut von Ostfriesland ausgehend in der gesamten deutschen Schwarzbuntzucht.

 

Neben hoher Milchleistung zeichneten sich die Schwarzbunten Kühe durch einen hohen Fettgehalt aus. Hier hatte sich vor allem die Leistungszucht von Dr. Jan Oltmanns ausgewirkt aus der viele Fettvererber hervorgegangen waren. Spitzenleistungen wurden bereits in den 30er Jahren erreicht.

 

Die ostfriesische „Gertrud“ gab 1930 13.819 kg Milch, mit 4,44 % Fett und 613 Fettkg, was damals Weltrekord war.

 

Einen großen Rückschlag für die Schwarzbuntzucht bedeutete der Zweite Weltkrieg, durch den die ostpreußischen Hochzuchten mit ihren durchgezüchteten großen Beständen verloren gingen.

 

Mit Beginn der sechziger Jahre wurde der Ruf nach höheren Milchleistungen laut. Ein Grund dafür war, dass der Preis für Kraftfutterimporte nachgelassen hatte und sich die Preise für Rindfleisch und Milchprodukte zugunsten der Milch verschoben. Um das Ziel der Milchleistungssteigerung schneller zu erreichen erfolgte der Import von Holsteinbullen und –sperma aus Nordamerika. Damit begann die Verdrängungszucht der Schwarzbunten Niederungsrinder zum Deutschen Holstein.

 

 

Geschichte des Schwarzbunten Niederungsrindes ab 1964

 

 

1964 wurden die ersten Holstein-Friesian-Rinder (kurz HF) aus Nordamerika importiert. Daher wird dieser Zeitpunkt als Wendepunkt in der deutschen Schwarzbuntzucht angesehen. Bis sich die Holstein Friesian durchsetzten dauerte es aber noch einige Zeit.

 

In den sechziger Jahren wurde noch zahlreiche Bullen aus Holland importiert. Dort hatte man noch keine Holstein-Genetik eingesetzt. Auch gab es noch zahlreiche Bullen mit rein deutscher Abstammung. Diese führten häufig das Blut der Kuh "Hildegard" (Bild).

 

In den siebziger Jahren machte sich dann zunehmend der Druck der Holsteins bemerkbar. Zwar gab es noch eine große Zahl HF-freier Kühe mit hohen Leistungen, diese wurden aber, da sie in Hochzuchtbetrieben standen, mit Holstein-Bullen angepaart. Vor allem Betriebe mit hohem Grünlandanteil, die meist nebenbei noch Weideochsenmast betrieben, setzten weiterhin auf deutsch-holländische Blutlinien. Solche Betriebe waren meistens nicht in Zuchtverbänden organisiert, so dass aus diesen Herden auch keine neuen Bullen für den Besamungseinsatz erstellt werden konnten. Die Besamungsstationen behalfen sich damit, Bullen für diesen Markt aus Holland anzukaufen. Rein deutsch gezogene Bullen wurden immer mehr zur Rarität. Ende der siebziger Jahre bestand das Gros der Zuchtbullen aus Holsteins neben einer Minderheit HF-freier Holländer. Einer der letzten rein deutschen Besamungsbullen war „Lette“.

 

In dieser Zeit gab es seitens einer Besamungsstation (RPN) Bemühungen ein eigenes Zuchtprogramm für Schwarzbunte Niederungsrinder im Zweinutzungstyp aufzubauen. Versuchsweise wurden dazu auch einige Jungbullen aus Schweden angekauft. Die  schwedische Schwarzbuntzucht basierte auf Importtieren aus Holland und Ostfriesland. Die schwedischen Schwarzbunten hatten aus eigener Kraft ein beachtlich hohes Leistungsniveau erreicht. Dieses Zuchtprogramm wurde aber schon bald mangels Interesses aufgegeben.

 

Bis Mitte der achtziger Jahre wurden von den Besamungsstationen die letzten holländischen Testbullen eingesetzt. Mittlerweile wurde auch in Holland in der Zucht auf amerikanische Holsteins gesetzt, so dass diese Quelle für schwarzbunte Niederungsrinder zunehmend versiegte. Ende der achtziger Jahre ließ sich die Zahl der HF-freien Zuchtbullen (alle mit holländische Abstammung) in der Besamung an zwei Händen abzählen. Dies waren „Sienas“, „Etna“ und „Jos“ ins Schleswig-Holstein, „Prinz“ in Verden sowie „Willy“ und „Gast“ in Oldenburg. Neue Jungbullen wurden nicht mehr angekauft.

 

Da auch die Zahl der weiblichen Tiere auf nur noch ca. 500 Tiere herabgesunken war, erfolgte 1989 die Gründung des „Verein zur Erhaltung des alten Schwarzbunten Niederungsrindes“. Ziel war und ist es, diese Rinderrasse vor dem völligen Verschwinden zu bewahren. Es stellte sich sogar heraus, dass es noch einen reindeutschen Besamungsbullen gab. „Balduin“ stammte aus der Europarekordkuh „Athene“. Sein Vater war „Baldwin“, von dem einige Spermaportionen in einem Stickstoffbehälter jahrelang „vergessen“ worden waren. „Balduin“ war dann über einige Umwege nach Ostfriesland gelangt.

 

Von zahlreichen weiteren Bullen mit holländischer, deutscher (darunter „Lette“) und schwedischer Abstammung gab es noch Tiefgefriersperma. Durch den Einsatz dieser Bullen auf die verbliebenen Kühe konnte die Zucht wiederbelebt werden.

 

Mittlerweile sind wieder Besamungsbullen aus verschiedenen Linien im Einsatz. Auch ein weiteres Absinken der Bestandszahlen  der weiblichen Tiere konnte verhindert werden.

 

Interessanterweise stellte sich nach der Wende 1989 heraus, dass es in der ehemaligen DDR eine staatliche Genreserve für Schwarzbunte Niederungsrinder (dort Deutsches Schwarzbuntrind genannt) gab. Dank einiger engagierter Betriebsleiter wurde diese Genreserve nach der Wende weitergeführt.

 

Infos: http://www.schwarzbuntes-niederungsrind.de/