Bunte Bentheimer Schweine

Seit 2012 sind wir als Schweinebesitzer für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Rassen tätig. Rassen wie das Angler-Sattelschwein oder auch das Husumer-Sattelschwein haben unser Interesse an diesen tollen Tieren geweckt.

Die Bunten Bentheimer Schweine waren es leztendlich, die als Herdbuchtzucht 2016 auf unserem Hof sesshaft werden durften.

So zog unser Herdbucht-Sauläufer "A-Rosalie" im November 2016 mit ihren 2 Kameraden bei uns ein.

 

Rosalie soll als eingetragene Herdbucht-Zuchtsau dem Erhalt der vom Aussterben bedrohten Rasse dienen.

 

Und natürlich können diese tollen Schweinefleisch-Produkte auch bei uns im Hofladen erworben werden.


Bild: "A-Rosalie, rechts"

Bunte Bentheimer Schweine auf Hol Ilse:

Das besondere Schwein

Das Bunte Bentheimer Schwein ist eine vom Aussterben stark bedrohte Haustierrasse. Der Erhalt dieser liebenswerten Tiere ist für die genetische Vielfalt und als Kulturgut notwendig. Durch die besondere Physiologie eignen sich Bunte Bentheimer Schweine dankens-werterweise nicht für die Massentierhaltung.

 

Das Bunte Bentheimer Schwein ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Seine Blütezeit erlebte das stressresistente Schwein Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

 

Damals schätzte man die ausgesprochene Anspruchslosigkeit der Tiere und ihre guten Muttereigenschaften. Manche Sauen brachten es auf bis zu 17 Geburten, bei durchschnittlich 2,2 Würfen pro Jahr mit 22 bis 24 Ferkeln. Die positiven Eigenschaften haben sich bis heute erhalten.

 

Trotzdem machte der gegenüber anderen Schweinerassen erhöhte Fettanteil durch eine dicke Rückenschwarte den Tieren beinahe den Garaus. Etwa seit den 60er Jahren bis Mitte der 80er Jahre hielt nur noch Gerhard Schulte-Bernd an der Zucht seiner Schweine fest.

 

Der als gemeinnützig anerkannte Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. will die alte Landrasse jetzt wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung, als Genreserve und wegen der Anspruchslosigkeit der Tiere langfristig erhalten.

 

KENNZEICHEN:
Das Bunte Bentheimer Schwein ist ein mittelgroßes Schwein im Landschweintyp (Schlappohren); langgestreckt und rahmig mit kurzem Becken. Unregelmäßig schwarze Flecken auf weißem oder hellgrauem Untergrund.

 

EIGENSCHAFTEN UND ZUCHTZIEL:

  • hohe Fruchtbarkeit
  • lange Nutzungsdauer
  • streßstabil und robust
  • genügsam in der Haltung
  • ecxellente Fleischqualität

VORKOMMEN:
früher Grafschaft Bentheim
Emsland, Cloppenburg und Wettringen.

 

Heute gibt es bundesweit Zuchtbetriebe.

 

 ZUCHTGESCHICHTE:

  • 1950 bis 1964 herdbuchmäßig erfaßt im Zuchtverband des Bentheimer Schweines.
  • 1988 erneute Herdbuchaufnahme
  • 1990-2008 züchterisch vom Schweinezuchtverband Weser- Ems e.G. betreut (2003 ist dies die Niedersächsische Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine eG – NEZ – mit Sitz in Oldenburg ).
  • Seit 17.11.2008 ist die bundesweite Herdbuchführung durch den neu gegründeten Verein NORDSCHWEIN gesichert. Weitere Informationen folgen in Kürze

 LEISTUNGSANGABEN:

           Schulterhöhe      Gewicht
Eber   75 cm                  250 kg
Sau     70 cm                  180 kg

 Infos: http://www.bunte-bentheimer-schweine.de

Zuchtgeschichte

DIE ANFÄNGE

Die Geschichte der Bunten Bentheimer Schweine beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals waren in Deutschland die Bäuerinnen für die Schweinehaltung auf den Höfen verantwortlich. Neben den vorherrschenden weißen Landschweinrassen war bei ihnen die Haltung bunter und gescheckter Rassen beliebt. Das Bunte Bentheimer Schwein war eine fruchtbare, genügsame, stressresistente und anspruchslose Schweinerasse mit guten Muttereigenschaften. Die Ferkel ließen sich aufgrund der guten Fleischqualität – und nicht zuletzt auch wegen der Scheckung – auf den Märkten gut absetzen.

 

URSPRUNGSRASSEN

In Norddeutschland war man zu dieser Zeit mit den Leistungen der derzeitigen Hausschweine offensichtlich nicht mehr zufrieden und begann, schon um ca. 1840, in das sogenannte Marschschwein, eine Variante des europäischen Landschweins, Schläge einzukreuzen. Darunter waren Berkshire-Eber und Cromwells aus England. Die heutigen niedersächsischen Landkreise Bentheim, Emsland und Cloppenburg sowie das westfälische Wettringen können dabei als Ursprungsorte angesehen werden. Es wurden jeweils die aus o.g. Kreuzungen fallenden bunten Ferkel mit Schlappohren zur Zucht weiterbenutzt. Ganz vereinzelt tauchen bei Würfen auch Ferkel mit gelb-rötlicher Farbe auf, die mit schwarzen Flecken durchsetzt sind. Eine genaue Erklärung hat man bis heute dafür nicht gefunden. Man vermutet, daß zeitweilige Einkreuzungen von Tamworth-Schweinen oder ungewollte Deckungen durch Wildschwein-Eber dafür verantwortlich sind.

 

DIE BLÜTEZEIT

In den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts lagen die Hochzeiten der Bunten Bentheimer Schweine. Als einfach und billig zu haltende sowie überaus fruchtbare Tiere lieferten sie ein Fleisch von excellenter Qualität, das nach den schweren Kriegszeiten auch gefragt war. Die Rasse wurde in einem bundesweiten Herdbuch offiziell geführt.

 

DER NIEDERGANG

Mit dem Aufkommen des Wirtschaftswunders in Deutschland änderten sich die Verbrauchergewohnheiten. Fettarmes Fleisch war nun gefragt, das die Bunten Bentheimer auf Grund des „ungünstigen“ Fleisch-Fett-Verhältnisses(gegenüber dem Anteil in heutigem Schweinefleisch) nicht liefern konnten. Auch die Schweinezucht änderte sich – wenige „Wirtschaftsrassen“ nahmen den Platz früherer, regional angepasster Rassen ein. Das Herdbuch wurde aufgelöst und die Zahl der Züchter des Bunten Bentheimer Schweines ging drastisch zurück. Nur der Züchter Gerhard Schulte-Bernd aus Isterberg in der Grafschaft Bentheim hielt an der Haltung der Swatbunten fest und bemühte sich über Jahre hinweg, Behörden und Landwirte von einer koordinierten Weiterzucht und Vermarktung zu überzeugen. In den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts hielt er praktisch den gesamten noch vorhandenen Bestand des Bunten Bentheimer Schweines. Bei nur noch rund 100 Zuchttieren deutschlandweit war diese Rasse hochgradig vom Aussterben bedroht. Die Hartnäckigkeit von Schulte-Bernd, die Rückkehr zur Stärkung regionaler Kultur und damit auch Tierhaltung (Erhalt wichtiger genetischer Ressourcen) , führen nun zu einer neuen Blüte dieser alten Haustierrasse.

 

DIE ZUKUNFT

Mit der Gründung des als gemeinnützig anerkannten Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V., dem Aufbau eines bundesweiten Herdbuchs mit der Erfassung aller noch vorhandenen Bestände in Deutschland, dem Aufbau eines koordinierten Zuchtprogramms und einer modernen Vermarktungsstrategie soll der Zukunft dieser erhaltenswerten Schweinerasse eine langfristige Perspektive gesetzt werden.

 

Infos: http://www.bunte-bentheimer-schweine.de